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SVE möchte Koffi gerne halten

Quelle: Saarbrücker – Zeitung (veröffentlicht am 12.04.2019)
von Heiko Lehmann

Er hat Derbys in Italien und in Belgien erlebt. Und er hat auch schon dreimal mit der SV Elversberg in der Fußball-Regionalliga Südwest gegen den 1. FC Saarbrücken gespielt. Wenn Kevin Koffi aber an Derbys denkt, dann erinnert er sich an seine Kindheit in der Elfenbeinküste. „Damals haben bei uns die Straßen gegeneinander gespielt. Es gab zwar organisierten Fußball mit Vereinen und Ligen, aber wenn die Straßen gegeneinander gespielt haben, dann ging es richtig ab. Zwischen 500 und 1000 Zuschauer kamen und sahen sich die Spiele an“, blickt Koffi in seine Kindheit zurück.

Mit 16 Jahren wanderte der Ivorer nach Italien aus. Nicht wegen des Fußballs, sondern wegen seiner Mutter, die in Italien lebte. Fußball spielte zunächst keine große Rolle. Kevin ging in die Schule, lernte fleißig italienisch und genoss das Leben bei seiner Mutter. Als seine Schule dann aber an einem Schul-Fußballturnier teilnahm, war das Leben ohne Fußball für ihn vorbei. Ein Beobachter des ehemaligen Proficlubs FC Modena sah den 16-Jährigen damals, und sofort schlug der Verein zu.

Später wechselte Koffi zum SSC Neapel und zum AS Rom, wo er mit Roms Legende Francesco Totti zusammen auf dem Trainingsplatz stand. Für den ganz großen Sprung hat es bei dem Stürmer von der Elfenbeinküste aber nie gereicht. „Man braucht auch Glück dazu. Ich habe früher auf der Außenbahn gespielt. Im Sturm spiele ich erst seit etwa sechs Jahren“, erklärt der 32-Jährige, der momentan fleißig Deutsch lernt.

Im Jahr 2013 begann beim KVC Westerlo Koffis Stürmerkarriere. Auf Anhieb wurde er mit 19 Toren Torschützenkönig in der 2. belgischen Liga, doch aus der großen Karriere wurde wieder nichts. Zu oft wechselte der Torjäger von der Elfenbeinküste die Vereine und wurde nirgends richtig heimisch.

Im Sommer 2017 stand Koffi dann plötzlich bei der SV Elversberg auf dem Platz, absolvierte ein Probetraining und wurde sofort verpflichtet. Sein Vertrag läuft im Juni aus. Einen Berater hat der 32-Jährige nicht direkt. Die Gespräche mit der SVE führt er alleine. Es gab bereits ein Gespräch mit Trainer Horst Steffen, doch die Zukunft ist weiter offen. Es ist kein Geheimnis, dass die SVE den Stürmer gerne behalten würde. Koffi ist mit neun Toren der beste Rückrunden-Stürmer der Liga.

Unter Horst Steffen hat der Angreifer einen großen Schritt nach vorne gemacht. „Er kann jetzt laufen, bewegt sich besser und ist effektiver geworden. Genau erklären kann ich es aber nicht“, sagt der SVE-Trainer. Koffi erklärt seine derzeitige Topform so: „Früher war ich zufrieden, wenn ich ein Tor geschossen habe. Jetzt will ich immer mehr. Ich will so viele Tore schießen wie möglich.“ Mit 13 Saisontoren steht Jean Romaric Kevin Koffi, wie er offiziell heißt, auf Platz vier der Liga-Torjägerliste.

Aufs Derby an diesem Samstag, 14 Uhr gegen den 1. FC Saarbrücken freut sich der Stürmer. „Derbys sind immer klasse. Es ist eine andere Atmosphäre als bei anderen Spielen. Die Fans und die Spieler wissen, dass es um mehr geht“, erklärt Koffi. Dreimal hat er schon gegen die Saarbrücker gespielt. Bei zwei Unentschieden und einem Sieg hat Koffi erst ein Tor erzielt. „Das muss ich ändern. Ein Tor möchte ich am Samstag auf jeden Fall erzielen. Wenn es zum Gewinnen reicht, umso besser.“

Wo es nach der Saison hingeht, ist offen. Seine Familie wohnt weiterhin in Belgien. Doch so weit möchte der 32-Jährige jetzt noch nicht denken. Spaß haben und Tore schießen wie bei den Derbys in seiner Kindheit in der Elfenbeinküste – daran denkt Koffi vielleicht auch an diesem Samstag, wenn an der Kaiserlinde Tausende Fans das Saarderby verfolgen.


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