Hallo-Wach-Effekt vor dem Saar-Derby

Quelle: Saarbrücker – Zeitung (veröffentlicht am 07.09.2019)
von Heiko Lehmann

Mit 14 Punkten aus sieben Spielen ist die SV Elversberg gut in die neue Saison der Fußball-Regionalliga Südwest gestartet und liegt auf dem dritten Tabellenplatz. Dennoch beträgt der Abstand zum Tabellenführer 1. FC Saarbrücken bereits sieben Punkte. Was der SVE zum absoluten Spitzenteam noch fehlt, ist vor allem ein klassisches Topteam-Attribut – schlecht spielen und trotzdem gewinnen.

„Schlecht zu spielen, ist zwar nicht unser Anspruch, aber wenn es mal passiert, würden wir die drei Punkte trotzdem gerne mitnehmen. Der 1. FC Saarbrücken zeigt ja zurzeit, wie das geht“, sagt Torhüter Frank Lehmann. Am vergangenen Samstag spielte die SVE erstmals unter Trainer Horst Steffen richtig schlecht und kassierte bei der TSG Hoffenheim II prompt die erste Saisonniederlage (1:3).

An diesem Samstag, 14 Uhr, empfängt die SVE den FC Homburg zum ersten Saar-Derby der Saison an der Kaiserlinde. „Die Videoanalyse nach dem Hoffenheim-Spiel dauerte lange, und wir haben jedem genau gezeigt, was er falsch gemacht hat. Zudem wurde das Training härter, und ich musste hier und da auch laut werden“, erklärte Trainer Horst Steffen seine erzieherischen Maßnahmen nach der ersten Pleite. Und die Maßnahmen scheinen gefruchtet zu haben. „Wir wissen alle, wie schlecht das Spiel war, und das wollen wir alle nicht mehr erleben. Ich glaube, es hat einen kollektiven Hallo-Wach-Effekt gegeben“, sagte Außenverteidiger Lukas Kohler.

Die statistischen Vorzeichen vor dem Derby sprechen klar für Elversberg. Der FC Homburg konnte an der Kaiserlinde zuletzt vor 17 Jahren gewinnen. Allerdings sprach die Statistik in Hoffenheim auch klar für die SVE. „Wichtig wird sein, dass die Laufwege in hohem Tempo wieder stimmen und dass die Fehlpässe deutlich weniger werden als in Hoffenheim. Das waren zwei Gründe für unsere Niederlage“, meinte Steffen.

Unter der Woche ist personell einiges passiert in Elversberg. Kevin Lahn, der starke Außenspieler, der nur zu ein paar Kurzeinsätzen kam, wechselte zum Ligakonkurrenten TSV Steinbach Haiger. Ein Wechsel, den die SVE-Verantwortlichen nur schweren Herzens hinnahmen. Ein Ersatz wurde zwar noch nicht gefunden, es könnte aber auf Leon Volz hinauslaufen. Der 22-Jährige spielte letzte Saison bei Wormatia Worms, ist vertragslos und seit dieser Woche im SVE-Training. Ersatz für den am Kreuzband operierten Innenverteidiger Luca Blaß gibt es bereits. Die SVE verpflichtete vergangenen Montag Robin Fellhauer vom Ligakonkurrenten SC Freiburg II.

Gegen den FC Homburg werden die Elversberger wohl auch noch Top-Torschütze Sinan Tekerci (vier Tore) ersetzen müssen. Der Leistungsträger verletzte sich unter der Woche am Rücken und konnte nicht trainieren. Für ihn könnte Benno Mohr zu seinem ersten Startelfeinsatz kommen. Mohr spielte bislang nur am ersten Spieltag wenige Minuten. „Das muss der Trainer entscheiden. Ich bin bereit für einen Einsatz“, sagt der 23-Jährige.

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