Fragezeichen an der Kaiserlinde

Quelle: www.magazin-forum.de
von Philipp Häfner

Der FC Homburg gewinnt das erste Saar-Derby der Saison bei der SV Elversberg mit 3:2. Der Abstand zur Spitze ist weiterhin groß – auch für die SVE.

An der Kaiserlinde sahen genau 2.111 Zuschauer einen Schlagabtausch zweier offensiv ausgerichteter Mannschaften. Der FCH nach seinem Heimsieg gegen die Kickers aus Offenbach zumindest ein wenig zurück in der Spur, erwischte den besseren Start. Christopher Theisen stocherte den Ball aus dem Getümmel ins Tor, ein paar Minuten später konnte die SVE durch Torben Rehfeldt ausgleichen.

Als sich beide Mannschaften eigentlich schon auf ein Unentschieden zur Pause eingestellt hatten, war es wiederum Theissen, der nach einem Eckball den Ball zum vielumjubelten 2:1 in die Maschen köpfte. Nach der Pause waren die Elversberger scheinbar noch im Tiefschlaf, denn Damjan Marceta tauchte direkt nach der Halbzeit frei im Strafraum der SVE auf und machte sein zweites Saisontor. Von da an war ein Bruch im Spiel der Heimelf. Einzig Israel Suero Fernández verkürzte kurz vor Schluss auf 2:3. „Wir bekommen ein frühes Gegentor, müssen uns dann berappeln und machen den Ausgleich. Danach müssen wir die Chancen nutzen, das sind zwei dicke Dinger, da musst du den Ball einfach nur noch über die Linie drücken. Dann läuft das Spiel hier anders“, sagte ein bedienter Horst Steffen, Cheftrainer der SVE, nach dem Spiel und spielte damit auf zwei riesige Gelegenheiten an, die sein Team Mitte der ersten Halbzeit hatte. Rechtsverteidiger Lukas Kohler schlug in dieselbe Kerbe wie sein Coach: „Wir bekommen ohne Not ein Gegentor, mitten in unserer Drangphase. Machen dann den Ausgleich, bekommen dann vor der Pause erneut einen Treffer, und kurz nach der Pause wieder. Das war der Genickbruch, Homburg hat in den ungünstigsten Zeitpunkten seine Tore gemacht.“

Book: „Sehe die Abwehr nicht so schwach“

Hauptverantwortlicher war dafür Christopher Theisen, der nach dem Spiel sichtlich zufrieden war: „Ich glaube, das Spiel hatte alles, was ein Derby ausmacht. Wir machen das gut und haben heute wieder gezeigt, wenn wir als Mannschaft auftreten und jeder für den anderen läuft, können wir jeden Gegner in dieser Liga schlagen.“ Nach der deftigen Niederlage gegen Ulm zu Hause scheint ein Schalter umgelegt worden sein. Jürgen Luginger, Trainer des FCH, bemängelte damals die Einstellung seiner Spieler. Vergangenes Wochenende war er damit aber absolut einverstanden: „Das war ein kämpferisches Spiel, aber meine Mannschaft hat das gut gemacht und zu den richtigen Zeitpunkten die Tore gemacht. Das, was uns in den letzten Wochen das ein oder andere Mal gefehlt hat, haben wir heute gebracht.“

Für die SVE war das die zweite Niederlage in Folge. Von einer Krise will Steffen aber nichts wissen: „Ich fand jetzt nicht, dass meine Mannschaft irgendwelchen verrückten schlechten Sachen gemacht hat.“ Am Wochenende geht es nach Pirmasens. „Dort werden wir wieder gut sein und dann hoffentlich etwas mitnehmen“ so Steffen. Aufgrund des abgebrochenen Spiels beim 1. FC Saarbrücken beträgt der Abstand zum Spitzenreiter weiterhin sieben Punkte. Es könnten aber auch zehn werden. Ähnlich ist es bei den Grün-Weißen. Mit 13 Punkten nach acht Spielen geht es am kommenden Spieltag auswärts zu den unbequemen Hoffenheimern, bei denen wie so oft unklar ist, welche Spieler aus der Ersten Mannschaft mitwirken könnten. Während beim FCH nach den Siegen gegen Offenbach und Elversberg die Stimmung wieder am steigen ist, mehren sich an der Kaiserlinde die Fragezeichen, ob der Kader wirklich höchsten Ansprüchen genügt. Außer Frage steht, dass die Offensive an einem guten Tag jeden Gegner auseinandernehmen kann.

Mehr und mehr scheint aber, dass die SVE ein massives Abwehrproblem hat. Die neue Innenverteidigung mit Torben Rehfeldt und Oliver Oschkenat funktioniert nicht. Mike Eglseder, in der vergangenen Rückrunde ein Garant für den Aufschwung, spielt wenig. Möglich aber, dass in Hoffenheim seine Stunde kommt, womöglich mit Neuzugang Robin Fellhauer an seiner Seite. Elf Gegentreffer hat die SVE in den bisherigen acht Spielen kassiert. In der Rückrunde der vergangenen Saison waren es in 17 Spielen 16 Gegentore. „Die Abwehrarbeit fängt nicht erst bei der Viererkette an. Ich sehe die Abwehr nicht so schwach, aber jeder hat eine andere Wahrnehmung“, erklärte SVE-Sportdirektor Ole Book gegenüber der „Saarbrücker Zeitung.“ Seinem Trainer schwant aber, dass der Meisterschaftszug früh abfahren könnte, sollte die SVE nicht zu einer stabilen Defensive finden: „Wir müssen unser Tor noch besser verteidigen, dann wird es mit den Erfolgen auch wieder besser aussehen. Wir sind immer wieder Rückständen hinterhergelaufen, das ist mühsam. Das müssen wir besser in den Griff kriegen.“

So oder so: Ein Sieg bei den noch sieglosen Pirmasensern ist Pflicht, will man den Abstand zum Spitzenduo nicht schon während des ersten Saisondrittels abreißen lassen. Kapitän Kohler sagte zwar, „dass man nicht alles infrage stellen sollte“, forderte aber auch: „Es ist ganz klar, dass wir den Schalter umlegen und in Pirmasens gewinnen müssen.“

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