Auf die SVE wartet jetzt der Spitzenreiter

Quelle: Saarbrücker – Zeitung (veröffentlicht am 16.09.2019)
von Heiko Lehmann

Kann Benno Mohr noch Fußball spielen? Ist er überhaupt fit? Fragen, die durchaus aufkommen, wenn ein 23-Jähriger sieben Spiele in Folge noch nicht einmal im Kader der SV Elversberg stand. Nur aufgrund einer Schienbeinverletzung von Manuel Feil rutschte Mohr im Auswärtsspiel beim FK Pirmasens in die Startelf.

Die Antworten gab der Saarländer selber. In der 22. Minute spielte Mohr mit viel Gefühl einen Flugball aus dem linken Halbfeld in den Strafraum zu Patryk Dragon. Dragon legte per Kopf ab auf Mike Eglseder, der nickte aus fünf Metern zum 0:2 ein. Neun Minuten später erkämpfte sich Mohr den Ball auf der linken Seite, ließ fünf Pirmasenser wie Schuljungen stehen und legte im Strafraum quer zu Sinan Tekerci, der seinen fünften Saisontreffer und das 0:3 erzielte. „Ich war einfach nur froh, dass ich wieder spielen durfte. Ich habe mich in den vergangenen Wochen selbst hinterfragt, und ich denke, das war nicht schlecht heute“, sagte Mohr nach dem Spiel.

Lob für diese Leistung gab es auch von Trainer Horst Steffen. Nach zwei Niederlagen in Folge hat die SVE mit dem 3:1 beim FKP den Schalter wieder umgelegt. Lob hätte man am Samstag in den ersten 35 Minuten an alle Elversberger verteilen können. Vor 715 Zuschauern präsentierte sich die SVE aggressiv und laufstark, dass so manchem Pirmasenser Angst und Bange wurde. Bereits in der ersten Minute köpfte Eglseder, der für den am Rücken verletzten Oschkenat in der Innenverteidigung spielte, ans Lattenkreuz. In der zweiten Minute konnte FKP-Torhüter Benjamin Reitz den Ball nach einem Freistoß von Israel Suero gerade noch ins Toraus lenken. In der 13. Minute war es dann aber soweit. Suero lupfte den Ball in den Strafraum, Thomas Gösweiner lupfte über Reitz ins Tor – 0:1.

Die SVE spielte sich in einen Rausch und zog auf 0:3 davon. Dass Trainer Horst Steffen nach dem Spiel zwar glücklich über den Sieg, aber dennoch sichtlich angefressen war, lag an der Schlussviertelstunde der ersten Halbzeit und der kompletten zweiten Halbzeit. „Wenn man glaubt, man könne einfach ein, zwei Schritte weniger machen und es läuft genauso weiter, dann liegt man falsch. Wir haben nachgelassen und die Pirmasenser ins Spiel gebracht. Das hat mir überhaupt nicht gefallen“, sagte der SVE-Trainer.

In der 37. Minute schoss Dennis Krob frei vor dem SVE-Tor drüber, nur eine Minute später musste SVE-Torhüter Frank Lehmann zwei gefährliche Kopfbälle des Ex-Elversbergers Moritz Zimmer abwehren. „Wir haben nachgelassen, das müssen wir uns ankreiden lassen. Insgesamt können wir aber auf die Reaktion nach zwei Niederlagen stolz sein“, sagte Lehmann.

Trotz der fehlenden zwei Schritte kam die SVE nach der Pause zu weiteren klaren Torchancen. Allerdings hielt Retiz den Schuss von Mohr (53.) und den Kopfball von Dragon (67.). Die Pirmasenser rochen Lunte, warfen alles nach vorne und kamen nach einem Freistoß durch einen Abstauber von Marco Steil zum 1:3. Mehr passierte auf der Husterhöhe aber nicht mehr. Die SVE festigte damit den dritten Tabellenplatz und empfängt am kommenden Samstag Spitzenreiter TSV Steinbach zum Topspiel. Für die Steinbacher erzielte am vergangenen Samstag übrigens Kevin Lahn das Siegtor beim 1:0 gegen Kickers Offenbach. Die SVE hatte Lahn vor zwei Wochen an den TSV abgegeben.

Ein Gedanke zu „Auf die SVE wartet jetzt der Spitzenreiter

  • 16. September 2019 um 11:32
    Permalink

    Natürlich war das eine prima Antwort und auch genau die richtige Einstellung zu den vorhergegangenen verlorenen Spielen. Aber wie man wieder einmal sehen konnte, reichen 45 Minuten Superlative nicht aus, um auf Dauer bestehen zu können – hier hat es nochmal gereicht, aber es kommen auch noch andere Gegner – und da wird man sich hinterfragen müssen, ob man sich das Leben immer so schwer machen will; vor allem dann, wenn man sich in einem richtig guten Rhythmus befindet.

    Antwort

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