Der Respekt vor Lahn ist riesengroß

Quelle: Saarbrücker – Zeitung (veröffentlicht am 21.09.2019)
von Heiko Lehmann

Kevin Lahn war ein Gewinner der Saisonvorbereitung bei der SV Elversberg. Der 27-Jährige erzielte in den Testspielen Tore am Fließband und bereitete mit seinen schnellen Flankenläufen viele weitere Treffer vor. Doch als die Saison in der Fußball-Regionalliga Südwest losging, war Lahn Reservist. Kam in sieben Spielen nur 17 Minuten zum Einsatz. Und zog kurz vor Ende der Transferperiode die Reißleine.

„Kevin hat uns freitags informiert, dass er wechseln möchte. Sonntags ging alles über die Bühne. Es war in dem Gespräch relativ schnell klar, dass er nicht bleiben wollte. Wir hätten ihn gerne behalten“, sagt SVE-Trainer Horst Steffen. Lahn wechselte Ende August trotz eines laufenden Vertrages zum Ligakonkurrenten TSV Steinbach. Wie hoch die Ablösesumme war, möchte die SVE nicht mitteilen.

Fehlendes Geld bei der SVE war sicher nicht der Wechselgrund. Im Gegenteil: Demnächst wird der Verein erstmals eine Anzeigentafel im Stadion an der Kaiserlinde aufstellen. Hochwertig soll sie sein und einen Platz hinter der Gästetribüne bekommen. Der Bauantrag ist genehmigt, der Baubeginn noch offen.

Zurück zu Lahn. An diesem Samstag kehrt der 27-Jährige zurück an der Kaiserlinde. Im Spitzenspiel der Liga empfängt die SVE als Tabellendritter den Zweiten TSV Steinbach. Lahn, der im Vorfeld der Partie für ein Interview nicht zur Verfügung stand, hat sich in Steinbach bereits den Frust von der Seele geballert. Gegen den Bahlinger SC entschied der 27-Jährige das Spiel mit zwei Torvorbereitungen in den Schlussminuten zum 3:1. In der vergangenen Woche traf er zum 1:0-Sieg im Spitzenspiel gegen Offenbach.

„Kevin war in der Mannschaft beliebt. Es hat wehgetan, als er ging“, sagt Elversbergs Defensivspieler Patryk Dragon. „Er ist stark. Ich freue mich darauf, ihn wiederzusehen“, erklärt Kapitän Luca Dürholtz.

Ob das Wiedersehen am Ende wirklich so freudig für die SVE wird, bleibt abzuwarten. Dass ein gerade zum neuen Verein gewechselter Spieler gegen seinen Ex-Club trifft und das Spiel entscheidet, ist fast schon ein Klassiker im Fußball. „Es werden Kleinigkeiten entscheidend sein“, findet Lukas Kohler. Der 30-Jährige könnte Gegenspieler von Lahn sein, wenn dieser auf der linken Außenbahn spielt.

Spielt Lahn auf der rechten Seite, trifft er auf Fabian Baumgärtel. „Ich weiß, wie Kevin spielt. Und er weiß, wie ich spiele“, sagt der neue Standardschütze der SVE. Nachdem Sinan Tekerci, Israel Suero und Manuel Feil in den ersten Partien vergeblich versuchten, gefährlich Ecken und Freistöße zu treten, konnte Baumgärtel am vergangenen Samstag beim 3:1-Sieg in Pirmasens überzeugen. „Ich glaube nicht, dass wir den Standardschützen so schnell wieder ändern“, legte sich Steffen fest.

Der Trainer hat andere Probleme. Das aggressive Pressing seiner Mannschaft funktioniert noch nicht wie gewünscht. Oft fehlen den Spielern die entscheidenden Meter. „Wir müssen das wieder in die Köpfe kriegen. Wir trainieren es jede Woche aufs Neue“, sagt der 50-Jährige. Ist die SVE zum Hochleistungs-Pressing bereit, wird es für jeden Gegner der Liga schwer. Während am Samstag Manuel Feil mit einer Schienbeinprellung weiter ausfällt, ist Oliver Oschkenat nach überstandenen Rückenproblemen zurück im Kader.

Ein Gedanke zu „Der Respekt vor Lahn ist riesengroß

  • 22. September 2019 um 13:10
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    Ja Leute, was soll man da sagen von wegen – Riesenrespekt und so! Wenn man das vorher nicht wußte, war das OK ihn ziehen zu lassen. Aber wenn man sich seiner Sache mit ihm so sicher war, warum hat er dann nicht gespielt? Das ganze Wehklagen nutzt nichts – man hat ihn ziehen lassen – aus und vorbei. Das mit dritter Liga ist doch sowieso vorbei – oder glaubt einer, dass andere schwächeln nur um uns eine Möglichkeit zu bieten. Nein Leute, so geht das nicht! Einmal Himmel hoch jauchzend und dann zu Tode betrübt – damit kannst du keinen Blumentopf gewinnen. Wenn du eine Chance hast, mußt du sie auch nutzen – nun wissen wir ganz genau warum Steinbach auf zwei und die SVE auf drei steht! Wer nicht einmal die Heimspiele gewinnt, hat schon verloren. Wollen wir für die Zukunft hoffen, daß etwas mehr Stabilität in die Truppe Einzug hält und alle für 90min volle Konzentration bereit halten. Was nutzen noch so schöne Spiele, wenn am Ende nichts zählbares heraus kommt. Schönes Kind – aber leider tot!

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