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Freude und „großer Ärger“

Quelle: www.magazin-forum.de
von Dominique Rossi und Philipp Häfner

Die Duelle zwischen dem FCS und der SV Elversberg wurden zuletzt maßgeblich von Schiedsrichter-Entscheidungen beeinflusst. So auch diesmal. Dennoch gab die Partie auch sportliche Aufschlüsse.

Roland Seitz ist ein fairer Sportsmann. Dass der FCS am vergangenen Samstag als verdienter 2:0-Sieger vom Platz ging, wollte er gar nicht erst in Abrede stellen: „Saarbrücken hat mehr investiert und sich den Sieg verdient. Dennoch ist es wieder einmal kurios zugegangen.“ Was den Trainer der SV Elversberg erregte, war die Darbietung des Schiedsrichtergespanns um Timo Lämmle. Der 26-Jährige aus Baden-Württemberg hatte mit seinen Assistenten einen rabenschwarzen Tag. Schlimm, schlimmer seine Fehlentscheidungen, die Zweikampfbeurteilung eine einzige Katastrophe.

Erinnerungen wurden wach an die vergangenen Duelle. Im Frühjahr 2016 siegte der FCS in Völklingen, nachdem der Schiedsrichter ein klares Handspiel auf der Torlinie übersehen hatte. Ein Jahr später fühlte sich der FCS betrogen, weil der Schiri vor einem SVE-Treffer ein klares Foulspiel nicht ahndete. Und noch bestens in Erinnerung ist das zurückliegende Saarlandpokal-Finale, als der Saarländer Thorsten Braun in der Schlussminute erst auf Eckball, dann doch auf Elfmeter für den FCS entschied.

„Momente auf unserer Seite“

Und diesmal? Schon die Ansetzung des „No Name“ Lämmle überraschte angesichts der Vergangenheit und der Brisanz des Spiels. Auffallend: In Halbzeit eins brachte der Unparteiische den FCS auf die Palme. Während er die Blau-Schwarzen früh mit Gelben Karten eindeckte, ließ er SVE-Angreifer Kevin Koffi vier Fouls und eine Schwalbe im Strafraum durchgehen. „Er hat in der ersten Halbzeit 24 mal gepfiffen, und es war 24 mal falsch“, tobte Sportdirektor Marcus Mann. Für den war die Partie nach nicht einmal einer Stunde beendet. Markus Mendler, der früh Gelb bekam, rutschte in einem Laufduell mit SVE-Torwart Frank Lehmann aus und dann in den Keeper hinein. Zum Entsetzen der Saarbrücker entschied Lämmle auf einen Feldverweis. Mendler musste runter und sein Sportdirektor gleich mit, weil er dem überforderten Lämmle lautstark sein Missfallen über dessen Leitung mitteilte.

Zu diesem Zeitpunkt führte der FCS mit 1:0, weil Fanol Perdedajs Distanzschuss von Mike Eglseder leicht abgefälscht wurde. Zuvor sahen die rund 3.500 Zuschauer in Völklingen ein von Taktik geprägtes Spiel, in dem Dirk Lottners Elf aktiver war, aber im ersten Abschnitt auch nur wenige wirklich gute Einschussmöglichkeiten entwickelte. Die SVE ihrerseits, die in den vergangenen Wochen jede Menge Tore und Torchancen herausarbeitete, allerdings auch eine mächtige Anzahl an Gegentreffern kassierte, wirkte bis zum Gegentreffer hinten stabiler als zuletzt, dafür im Angriff aber umständlich und harmlos. „Wir hatten ein, zwei gute Umschaltaktionen, die wir aber schlecht ausgespielt haben. Ich hatte gehofft, dass wir nach der Pause besser ins Spiel kommen, aber durch die kuriosen Entscheidungen hat das Spiel dann seine Eigendynamik bekommen“, sagte Seitz. Denn nur vier Minuten nach Mendlers Platzverweis machte Schiri Lämmle abermals eindrucksvoll klar, dass er sich an diesem Nachmittag als zentrale Figur des Geschehens sah. Nach einem Saarbrücker Freistoß kam Lehmann mit den Fäusten vor FCS-Kapitän Zeitz an den Ball, traf ihn aber mit dem ausgestreckten Bein. „Falls der Schiri sich mit dem Torwartspiel beschäftigt hat, wird er wissen, dass wir immer das Knie rausfahren, um uns zu schützen. Außerdem muss ich ja auch abspringen. Wenn er dafür Elfmeter pfeift, muss er es vertreten, aber dann haben wir künftig zehn in einem Spiel“, sagte Lehmann und FCS-Coach Lottner fügte an: „Wenn er die Gelb-Rote nicht zeigt, pfeift er den Elfmeter wohl auch nicht. Insofern hat es sich ausgeglichen.“ Da Sebastian Jacob den Elfer sicher verwandelte und der FCS hintenraus nichts mehr anbrennen ließ, blieb ein etwas ratloser Roland Seitz zurück: „Wir haben in zwölf Spielen zweimal richtig schlecht gespielt, das war ausgerechnet in den Derbys. Das ist angesichts unserer Qualität Anlass für einen großen Ärger. Es regt mich aber tierisch auf, dass wir nach dem Feldverweis mehr als eine halbe Stunde Zeit haben und der Schiedsrichter dann meint, er müsse etwas gutmachen. Am Ende hat er zwei falsche Entscheidungen getroffen und damit das Spiel maßgeblich beeinflusst. Da fällt es dann auch schwer, die richtigen Schlüsse zu ziehen.“

kompletter Artikel im Pressespiegel


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