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Nachspielzeit: Ein schmaler Grat

Quelle: www.magazin-forum.de
von Dominique Rossi

In der vergangenen Woche hat die SV Elversberg die Reißleine gezogen. Man hat dem Präsidenten Dominik Holzer angesehen, dass es ihm schwergefallen ist, sich von seinem langjährigen Mitarbeiter Roland Seitz zu trennen. Holzer, dessen Firma Ursapharm ein Familien-Unternehmen ist, hat während der Pressekonferenz ein Plädoyer für Nachhaltigkeit und Kontinuität gehalten. Und den neuen Trainer gleich mit einem langfristigen Vertrag ausgestattet.

Doch damit ist es im Fußball nun mal so eine Sache. Wo hört Kontinuität auf, wo beginnt der Stillstand? Bei der SVE musste man sogar feststellen, dass eine Rückwärtsentwicklung stattgefunden hat. Viereinhalb Jahre war Seitz im Amt. Zunächst als Sportdirektor, dann als Sportvorstand, schließlich als Trainer. Er hat viel probiert, eine Handvoll Trainer und mehrere Dutzend Spieler verschlissen. Einige von ihnen wie Nico Zimmermann, Timo Wenzel oder Milan Ivana hat er wenig zimperlich vom Hof gejagt. Aber Streit gibt es nun mal in der besten Familie. Es wäre darüber hinaus unfair zu sagen, dass Seitz‘ Ära durchweg erfolglos gewesen wäre. Zweimal schaffte es die SVE in die Relegation, zog da aber den Kürzeren. Im Saarland-Pokal schaffte sie es in seiner Ägide stets ins Finale, war zweimal siegreich, was dem Verein Zusatzeinnahmen im DFB-Pokal einbrachte.

Dass er nun als Trainer keinen Erfolg hatte, gehört zu den Eigenarten des Geschäfts dazu. Die Stimmung im beschaulichen Elversberg war schlecht, die kleine Fangemeinde rebellierte zum Ende hin laut. Für die sportlichen Schwierigkeiten ist Seitz sicher nicht alleine verantwortlich. Viele Entscheidungen, die auf Präsidiumsebene getroffen wurden, hat er solidarisch mitgetragen und nach außen als seine eigene verkauft. Dominik Holzer und seiner Mannschaft kann man eines nicht vorwerfen: mangelnde Geduld und fehlendes Vertrauen.

Es gehört wenig Fantasie dazu zu unterstellen, dass Seitz in einem Traditionsverein mit hektischem Umfeld schon vor Jahren gegangen worden wäre. Viele in Elversberg sagen, dass die Trennung zu spät gekommen sei. Doch der Grat zwischen Kontinuität und Stillstand ist im Fußball eben klein.


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