Aufgeben kommt für Mohr nicht infrage

Quelle: Saarbrücker – Zeitung (veröffentlicht am 31.01.2020)
von Heiko Lehmann

Es ist keine einfache Saison für Benno Mohr beim Fußball-Regionalligisten SV Elversberg. So wenig wie in dieser Saison stand der 24-Jährige noch nicht auf dem Platz. In 20 Partien spielte er nur sechs Mal und saß elf Mal sogar nur auf der Tribüne. Eigentlich durchaus ein Grund, um sich schon mal nach Flinte und Korn umzusehen und die Fühler nach anderen Vereinen auszustrecken. Aber so tickt der gebürtige Saarbrücker nicht.

Mohr zählt zu den Schnellsten in der Mannschaft und hat enorme Schusskraft. „Aber ich muss in den Strafraum und mehr Torgefahr ausstrahlen. Als Außenbahnspieler schieße ich einfach zu wenig Tore. Das muss ich unbedingt ändern“, sagt er. Im September und Oktober war der Linksaußen fünf Mal von Anfang an aufgelaufen und hatte Manuel Feil ersetzt. Mohr vergab damals aber alle seine Torchancen – unter anderem stand er beim 0:2 gegen den TSV Steinbach alleine vor dem Tor und hätte die Elversberger Führung erzielen können.

„Am Ende wirst du auch an Zahlen gemessen. Hätte ich Tore erzielt, wäre ein Stammplatz vielleicht drin gewesen“, blickt Mohr zurück. Als Feil nach seiner Verletzung wieder zurückkam, erzielte er in fünf Spielen acht Tore und schnappte sich den Platz in der Startelf.

Doch wie wird man torgefährlicher? Kann man das trainieren? „Es fängt im Prinzip damit an, dass einem bewusst wird, dass man etwas ändern muss oder soll. Ich muss einfach mehr den Weg in den Strafraum suchen und auch etwas egoistischer werden. Ich bin jemand, der gerne den Ball noch einmal quer legt, anstatt bei freier Schussbahn abzuziehen“, erklärt er.

Aufgeben kommt für Mohr dennoch nicht infrage. Er möchte in der Rückrunde angreifen. Was danach kommt ist offen. Sein Vertrag läuft am Saisonende aus. „Damit befasse ich mich zurzeit nicht. Es wird sicher irgendwann in der Rückrunde Thema werden, doch aktuell ist es das nicht“, sagt Mohr.

Zusammen mit Routinier Geatan Krebs hat Mohr die wenigsten Einsätze im Kader. Beide schwärmen jedoch vom starken Zusammenhalt im Team. „Unsere Mannschaft funktioniert auf und neben dem Platz. So etwas habe ich echt noch nicht erlebt. Jedes Training macht Spaß, und ich komme mit allen Spielern sehr gut klar. Das ist für einen Spieler mit wenig Einsatzzeiten nicht normal“, erklärt der 24-Jährige.

Apropos Training: Die Hälfte der Vorbereitung ist fast vorbei. „Wir sind etwas holprig aus der Winterpause gekommen und waren im ersten Testspiel nicht so gut, danach haben wir uns aber gesteigert. Zurzeit läuft es“, sagt Mohr, der mit einem Tor und einer Vorlage beim 5:0-Sieg gegen den luxemburgischen Erstligisten Fola Esch auf sich aufmerksam machen konnte.

Offensivspieler Israel Suero (Knochenödem) ist noch nicht im Training und wird wohl beim ersten Ligaspiel am 22. Februar nicht dabei sein. Ist das Mohrs Chance? „Ich schaue nicht auf andere, ich muss an mir arbeiten“, sagt Mohr, der neben dem Profifußball noch Fitness- und Gesundheitsmanagement studiert. An diesem Samstag (14.30 Uhr) steht für die SVE der nächste Test an – in Großblittersdorf gegen Una Strassen/Luxemburg. Und Mohr will sich wieder zeigen.

Die SVE hat am Donnerstag Lion Schweers verpflichtet. Der 23-jährige Innenverteidiger wechselt auf Leihbasis vom Drittligisten Würzburger Kickers ins Saarland. Dort war er nur Ersatz.

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